Mehr Natur in einem Lebensmittel geht nicht

Er steht vor mir. Der Apfelsaft von 2015. In ihm steckt alles Gute, was der Apfel zu bieten hat. Am Wochenende haben wir uns wie jeden Herbstanfang aufgemacht, um Äpfel in der Umgebung ausfindig zu machen. Dieses Jahr hatten wir schnell Glück, weil Bekannte von uns mehrere prall gefüllte Bäume im Garten haben und dieses Jahr keinen Saft machen wollen.

Also wurde die gesamte Familie zusammengepackt und ein halber Anhänger voll mit frischen Äpfeln geholt. Dabei wurden allesamt frisch vom Baum geerntet. Als 12 große Jutesäcke voll waren, ging es wieder nach Hause. Was ist der Herbst in unseren Breiten für eine phantastische Jahreszeit. Überall werden Früchte auf Feldern und an Bäumen reif, Obst, Getreide überall.

Auf geht´s zur Kelterei

Wir haben hier im Landkreis Cham das besondere Glück, einen tollen Menschen zu haben, der sich Gedanken darüber gemacht hat, wie man am effizientesten und gesündesten aus Äpfeln einen wertvollen Apfelsaft macht. Es ist Gerhard Falter. Er betreibt eine kleine Kelterei. Herzstück ist eine Maschine, die absolut einmalig ist und unter der Mitwirkung von Herrn Falter entstanden ist.

Hier geht´s zur Seite der Obstkelterei Falter.

Traktor mit Kelterei

Die ganze Anlage kann mit Hilfe eines Traktors transortiert werden.

Alle wesentlichen Teile der Anlage bestehen aus hygienischem Edelstahl.

Saft2

Die gewaschenen Äpfel werden über ein Förderband in die Maschine befördert.

Eine Metallschnecke zerkleinert die Äpfel und fördert sie in den nächsten Teil der Maschine, welche die flüssigen Bestandteile von den festen trennt. Dies funktioniert über die Zentrifugalkraft.

Die Förderschnecke. Sie nimmt alles mit, was sie bekommt. Wirklich alles.

Die Förderschnecke. Sie nimmt alles mit, was sie bekommt. Wirklich alles.

Saft4

Hier wird die Meische getrennt.

Der Sagft geht weiter zum Erhitzen, während die festen Bestandteile (im Wesentlichen Kerne und Schale) in einen großen Behälter ausgeworfen werden. Diese werden von lokalen Bauern an ihre Tiere verfüttert.

Trocken wie eine Pampers

Die festen Bestandteile sind so trocken, dass man mit der Hand auch bei festem Druck keinen Saft mehr auspressen kann. Das ist prima, das heißt, dass der gesamte Saft auch später in der Saftbox landet.

Saft5

Am rechten Bildrand sieht man, dass sich in dem Behälter überhaupt kein Saft mehr absetzhen kann.

Der Saft wird in Durchlauferhitzer gepumpt und auf exact 80 Grad erhitzt. So bleiben die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe und der Geschmak erhalten, während alle Keime zuverlässig abgetötet werden.

Saft7

Die Abfüllstation in Betrieb.

Nach dem Erhitzen wird der Saft zunächst in einem Behälter gesammelt und dann noch heißt in hygienische doppelwandige Beutel abgefüllt. Die Innenwand des Beutel ist dabei ohne Weichmacher gefertigt.

Der Genuß beginnt nicht erst zu Hause

Auch beim Abfüllen kommt der Saft mit keiner Hand in Berührung. Keine Chance für Keime. Die Beutel werden mit je 5 Liter Saft befüllt. Danach werden die Beutel in stabile Karton (die Saftbox) verbracht und können so sicher nach Hause gebracht werden.

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Die Anlage ist mobil. Im Betrieb kann die komplette Hinterachse des Anhängers hydraulisch nach hinten geklappt werden, so dass alle Stationen super zu erreichen sind.

Dieses Jahr konnten wir 200 Liter Saft in 40 Kartons nach Hause bringen. Das reicht für ein ganzes Jahr reinen Genuß und Gesundheit pur. Was für ein Erlebnis, im Spiel der Jahreszeiten, seine Lebensmittel selbst zu ernten und bei der Verarbeitung hautnah dabei zu sein. Nächstes Jahr gerne wieder. Diese Stunden sind sinnvoll investiert.

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200 Liter wollen erst mal bewegt werden.

Verdauungsprobleme bei den Kindern gehören dank des Saftes übrigens absolut der Vergangenheit an.

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